Ernährung

Zuckerhaltige Getränke verschlechtern die Insulinsensitivität

Eine Analyse der Deutschen Diabetes-Studie zeigt, dass Fruchtzucker in Limonaden und Cola die Insulinwirkung beeinträchtigen und das Risiko einer Leberverfettung erhöhen kann. Der Fruchtzucker in Obst scheint sich dagegen positiv auszuwirken.

Die Ernährung spielt bei der Entwicklung des Metabolischen Syndroms und daraus resultierenden Erkrankungen wie Diabetes eine wichtige Rolle. Seit mehreren Jahren diskutieren Ernährungs- und Diabetes-Experten über mögliche negative Auswirkungen von Fruchtzucker (Fruktose). Wissenschaftler am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) in Düsseldorf haben jetzt untersucht, inwiefern sich ein regelmäßiger Fruchtzuckerkonsum aus unterschiedlichen Quellen – Obst, Säften oder gesüßten Getränken – auf die Insulinempfindlichkeit sowie auf eine Verfettung der Leber auswirkt.

Fragebogen zu Ernährungsgewohnheiten

Die Wissenschaftler am DDZ haben 161 Patienten rekrutiert, die an der Deutschen Diabetes-Studie teilnehmen. Diese prospektive Kohortenstudie beobachtet Patienten mit neu (vor weniger als zwölf Monaten) diagnostiziertem Typ-2-Diabetes. Zudem wurden die Auswirkungen des Fruchtzuckerkonsums bei 62 Kontrollpersonen (Durchschnittsalter 46 Jahre), die nicht an Diabetes erkrankt waren, untersucht. Alle Teilnehmer hatten zu Studienbeginn einen Fragebogen zum regelmäßigen Konsum von 148 Lebensmitteln innerhalb des letzten Jahres ausgefüllt. Dieser validierte Fragebogen stammt aus der EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition)-Potsdam-Studie. Für die aktuelle Studie wurden sowohl die Gesamtkalorien als auch die Fruktosemengen pro Tag erhoben. Beim Fruktosekonsum unterschieden die Wissenschaftler zwischen der Gesamtmenge sowie dem Fruchtzucker aus Obst, Säften und gesüßten Getränken. In Beziehung gesetzt wurde der Fruktosekonsum aus diesen drei Quellen mit der Insulinsensitivität der Studienteilnehmer. Die Wissenschaftler am DDZ haben zudem den Fettleber-Index (FLI) der Teilnehmer ausgerechnet. Dieser zeigt an wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Verfettung der Leber ist, und zwar basierend auf Body Mass Index (BMI), Taillenumfang, Blutfettwerten (speziell Triglyzeriden) und dem Enzym Gamma-Glutamyl-Transferase (GT).

Fruchtzuckerquelle entscheidend

Bei Studienteilnehmern mit Typ-2-Diabetes war der Konsum von Fruktose aus Fruchtsäften und zuckerhaltigen Getränken wie Cola oder Limonaden mit einer niedrigeren Insulinsensitivität assoziiert; bei den Kontrollpatienten dagegen nicht. Kein Zusammenhang zeigte sich zwischen dem Verzehr von Fruktose aus Obst und der Fruktose-Gesamtmenge und der Insulinsensitivität. Eine Verdopplung des Konsums von Fruktose aus Cola und Limonaden ergab bei Patienten mit Typ-2-Diabetes gemäß dem FLI ein um 17 Prozent höheres Risiko einer Fettleber. Der Fruktosekonsum aus Obst schien dagegen vor einer Fettleber zu schützen.

Fazit: Orangen essen, Fanta lieber meiden

Diese Analyse der Deutschen Diabetes-Studie hat also gezeigt, dass der tägliche Konsum fruktosehaltiger Getränke, selbst in geringen Mengen, die Insulinsensitivität beeinträchtigen und das Risiko einer Fettleber erhöhen kann. Zudem wurde erneut klar, dass Obst unbedingt auf den Speiseplan von Menschen mit Diabetes gehört.

 

Quelle:
Weber KS et al. Habitual Fructose Intake Relates to Insulin Sensitivity and Fatty Liver Index in Recent-Onset Type 2 Diabetes Pat. Nutrients 2018; 10: 774
https://doi.org/110.3390/nu10060774

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Klinische Studien