Reisen mit Diabetes

Zeitumstellung – Worauf muss man achten?

Kurze Flugstrecken sind in der Regel unproblematisch. Während der Flugreise sowie auch anschließend im Urlaub, sollten Menschen mit Diabetes häufiger ihren Blutzucker überprüfen, um starke Blutzuckerschwankungen aufgrund der Zeitumstellung, des veränderten Tagesablaufs und/oder unbekannter Speisen zu vermeiden.

Bei längeren Flugreisen sind Anpassungen der Insulindosis bedingt durch die Zeitverschiebung notwendig und sollten im Vorfeld mit dem behandelnden Arzt und Diabetesberater/Innen besprochen werden. Bei Flügen nach Westen (z.B. nach Amerika) kommt es zu einer „Verlängerung“ des Tages, wodurch der Insulinbedarf steigt. In der Regel können bis zu 4 zusätzliche Stunden mit Normalinsulin korrigiert werden. Bei einer Zeitverschiebung von mehr als 4 Stunden empfiehlt es sich eine zusätzliche Basalinsulindosis von 1/24 der täglichen Basalinsulindosis pro zusätzliche Stunde zu verabreichen. Bei Flügen in östliche Richtung (z.B. nach Asien) hingegen nimmt die Tageslänge ab. Hier empfiehlt es sich die Basalinsulindosis um 1/24  der täglichen Basalinsulindosis pro Stunde zu verringern. Die Menge an Normalinsulin bleibt unverändert. Während des Fluges sollte Sie regelmäßig Ihren Blutzucker kontrolliert und erst beim Erreichen des Zielortes auf die neue Zeitzone umstellen.Auch der durch lange Flugreisen hervorgerufene “Jet-Lag” kann am Urlaubsort Symptome einer Über-und Unterzuckerung hervorrufen, sodass hier besondere Vorsicht geboten ist und häufiger der Blutzucker gemessen werden sollte.

Tipp: Nehmen Sie mehr als genug Insulin mit.

 

Viel Spaß beim Flug und im Urlaub!

 

Quellen:
Pfohl M et al. Diabetes, Sport und Reisen. In: Diabetologie kompakt 2001; Hrsg: Schatz H., Blackwell, EK IV

Siedenburg J. Diabetes und Flugreisen: Besonderheiten bei Diabetikern mit und ohne Folgeschäden. Diabetes aktuell 2016; 14: 83-90

Härig HU et al. Diabetologie in Klink und Praxis (6., vollständige überarb. Aufl.) 2011; Stuttgart, New York: Georg Thieme Verlag

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Klinische Studien