Epidemiologie

Typ-2-Diabetes verdoppelt das Risiko für einen frühzeitigen Tod

Ein nationales Gesundheitsmonitoring in Deutschland bestätigt, dass die Sterblichkeit bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes deutlich erhöht ist. Betroffen waren vor allem Männer im jüngeren und mittleren Lebensalter, die von ihrer Diabetes-Erkrankung zuvor nichts wussten.

Langzeiterhebung bei mehreren Tausend Menschen

In den Jahren 1998-2010 fand die Studie German National Health Interview and Examination Survey 1998 (GNHIES98) statt: eine Langzeiterhebung bei 6.550 Menschen in Deutschland. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Robert Koch-Institut (RKI) und vom Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) haben analysiert, wie viele Personen in dem 12-jährigen Beobachtungszeitraum verstarben. Ziel war es herauszufinden, wie sich die Sterberaten zwischen Menschen mit Typ-2-Diabetes und ohne Diabetes unterscheiden.

Zu Beginn der Erhebung im Jahr 1998 wurden alle Teilnehmer untersucht. 330 Personen hatten einen bereits bekannten Typ-2-Diabetes. Bei weiteren 245 Menschen lag ein Typ-2-Diabetes vor, der bis dato allerdings unbekannt war und erst während der Untersuchung zur Studienaufnahme festgestellt wurde.

Die Beobachtung der Teilnehmer lief über 12 Jahre. In dieser Zeit starben 176 der insgesamt 575 Betroffenen mit Diabetes. In der sehr viel größeren Gruppe der Menschen ohne Diabetes gab es 425 Todesfälle.

Mehr Vorsorge nötig für Männer zwischen 45-55 Jahren

In der Studie wurden die Sterberaten bei den Erwachsenen mit und ohne Typ-2-Diabetes verglichen. Dabei wurden auch mögliche Einflussfaktoren wie Alters- oder Geschlechtsunterschiede berücksichtigt.

Das Resultat: In der Gruppe der Menschen mit Typ-2-Diabetes war die Zahl der Todesfälle um den Faktor 1,8 erhöht im Vergleich zu Menschen ohne Diabetes. Besonders hoch lag die Sterberate bei den 45-55-jährigen Männern mit Typ-2-Diabetes, die von ihrer Erkrankung bis zum Studieneinschluss nichts gewusst hatten. Hier zeigte sich die Sterberate um den Faktor 2,0 erhöht gegenüber altersgleichen Personen.

 

Das Fazit des Autorenteams: Ein Typ-2-Diabetes verdoppelt das Risiko für einen frühzeitigen Tod gegenüber Menschen ohne Diabetes. Das höchste Sterberisiko im Vergleich zu altersgleichen Personen haben Männer im jüngeren und mittleren Alter. Hier gibt es in Deutschland deutlichen Verbesserungsbedarf bei der Vorsorge. Ziel ist es, eine Typ-2-Diabetes-Erkrankung – oder Vorstufen davon – auch in jüngeren Altersgruppen möglichst früh zu entdecken. Nur so lassen sich rechtzeitig Maßnahmen zur Risikominimierung ergreifen.

 

Quelle:
Röckl S et al. All-cause mortality in adults with and without type 2 diabetes: findings from the national health monitoring in Germany. BMJ Open Diab Res Care 2017; 5: e000451

Tags
Mehr
Klinische Studien