Prävention

Rolle der Ernährung für die Prävention von Typ-2-Diabetes

Neben der genetischen Veranlagung, stellen besonders Übergewicht, Bewegungsmangel und eine kalorienreiche Ernährung Risikofaktoren für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes dar. Großangelegte Interventionsstudien wie die der finnischen Wissenschaftler rund um Jaana Lindström, konnten einen positiven Effekt von Ernährungs- und Lebensstil-Veränderungen auf die Prävention des Typ-2-Diabetes mellitus aufzeigen. Eine ausgewogene Ernährung und/oder Steigerung der körperlichen Aktivität führte in allen Studien zu einer signifikanten Reduktion des Diabetesrisikos. Auch nach Ende der Interventionen konnte der positive Effekt weiterhin nachgewiesen werden.

Empfehlungen zur Prävention

Vor diesem Hintergrund empfehlen die führenden Diabetesfachgesellschaften als Hauptziel zur Prävention von Typ-2-Diabetes die Vermeidung oder Reduktion von Übergewicht und eine regelmäßige körperliche Aktivität. Zusätzlich mindern laut der deutschen und europäischen Diabetes-Gesellschaft ein Gesamtfettgehalt unter 30 % der täglichen Gesamtenergiezufuhr sowie eine Aufnahme von gesättigten Fettsäuren von weniger als 10 % und eine Ballaststoffzufuhr von mehr als 15 g/1000 kcal das Risiko an Typ-2-Diabetes mellitus zu erkranken. Die amerikanische Diabetes-Gesellschaft empfiehlt neben einer Gewichtsreduktion und einer hohen Ballaststoffzufuhr, einen hohen Verzehr an Vollkornprodukten für Personen mit einem erhöhten Diabetesrisiko. Zusätzlich sollten zuckergesüßte Getränke nur begrenzt verzehrt oder vermieden werden, um das Risiko einer Gewichtszunahme zu senken.

Ernährungstipps

Folgende Ernährungstipps können helfen zu einem ausgewogenen Lebensstil beizutragen:

  • Tipp 1
  • Gestalten Sie Ihre Mahlzeiten möglichst abwechslungsreich und versuchen Sie bevorzugt pflanzliche Lebensmittel und Lebensmittel mit einem hohen Ballaststoffgehalt aufzunehmen. Ballaststoffreiche Lebensmittel sind z. B. Gemüse, frisches Obst, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte.
  • Tipp 2
    Versuchen Sie einen hohen Zuckerkonsum zu vermeiden. Speziell kalorienreiche Getränke und stark verarbeitete Lebensmittel (Fertigprodukte) enthalten oft einen hohen Anteil an zugesetztem Zucker oder sogenannten Zuckeraustauschstoffen. Der tägliche Zuckerkonsum sollte 50 g (entspricht ca. 12 Teelöffeln) nicht überschreiten.
    Auch Zuckeraustauschstoffe (z. B. Xylit, Mannit und Sorbit) sollten nur in geringen Mengen in der Ernährung vorkommen.
  • Tipp 3
    Wählen Sie in Ihrer Ernährung überwiegend Fette und Öle aus pflanzlichen Quellen wie z. B. Rapsöl, Nüsse und Samen und verzehren Sie regelmäßig (ein- bis zweimal pro Woche) Fisch.
    Bei Fleisch- und Wurstwaren sowie Milch- und Milchprodukten sollten fettarme Produkte bevorzugt werden.
  • Tipp 5
    Ein häufiger Verzehr von Nahrungsmittel, die gesättigte und sogenannte trans-Fettsäuren enthalten, sollte vermieden werden. Dazu zählen Süßigkeiten, Fertigprodukte und Gebäck.
  • Tipp 6
    Alkoholische Getränke sollten nur gelegentlich und in geringen Maßen verzehrt werden.
  • Tipp 7
    Versuchen Sie große Portionsgrößen zu vermeiden und nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mahlzeiten.
  • Tipp 8
    Bleiben Sie in Bewegung und versuchen Sie ihren Alltag aktiver zu gestalten, indem Sie beispielsweise häufiger mal zu Fuß gehen oder das Fahrrad nehmen. Bereits 30-60 Minuten moderate körperliche Aktivität täglich können Ihre Gesundheit fördern

 

Quellen:
American Diabetes Association (ADA). Standards of Medical Care in Diabetes – 2015. Diabetes Care 2015 38: 1-93

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE. 2017; 10. Auflage, Bonn

Dyson PA et al. Diabetes UK evidence-based nutrition guidelines for the prevention and management of diabetes. Diabet Med. 2011; 28(11): 1292-1288

Lindström J et al. Substained reduction in the incidence of type 2 diabetes by lifestyle intervention: follow-up of the Finnish Diabetes Prevention Study. Lancet 2006; 368: 1673-1679

Mann JI et al. Evidence-based nutritional approaches to the treatment and prevention of diabetes mellitus. Nutr Metab Cardiovasc Dis 2004; 14: 373-394

Toeller M. Evidenz-basierte Ernährungsempfehlungen zur Behandlung und Prävention des Diabetes mellitus. Diabetes und Stoffwechsel 2005;14: 75-94

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Klinische Studien