Schwangerschaftsdiabetes

Risiken und Ursachen des Schwangerschaftsdiabetes

Schätzungen zufolge entwickeln in Deutschland mehr als 5 % aller Schwangeren einen Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes). Ein erhöhtes Risiko, an einem Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken, besteht bei Frauen, die folgende Risikomerkmale aufweisen:

  • Übergewicht
  • Diabetes im engeren Familiekreis
  • Eigenes Geburtsgewicht von mehr als 4500 g
  • Wiederholte Fehlgeburten
  • Vorausgegangene Geburt eines Kindes mit einem Geburtsgewicht von mehr als 4500 g

Für eine bestehende Schwangerschaft sind folgende Faktoren als risikoreich anzusehen:

  • Alter > 30 Jahre
  • Übergewicht
  • Nachweis von Zucker (Glukose) im Urin
  • Vermehrte Fruchtwassermenge

Ursachen und Entstehung

Vor allem in der 2. Schwangerschaftshälfte produziert der Körper Hormone, die dafür sorgen, dass den Zellen vermehrt Energie in Form des Zuckers Glukose bereitgestellt wird. Um den Zucker in die Zellen aufnehmen zu können, setzt die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gleichzeitig vermehrt das Hormon Insulin frei, welches dafür sorgt, dass die Glukose in die Zellen gelangt und die Blutzuckerkonzentration im Blut absinkt.

Bei einem Teil der Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes, ist die Bauchspeicheldrüse jedoch nicht zu dieser zusätzlichen Leistung fähig, sodass es zu einem absoluten Insulinmangel kommt. Häufiger besteht bei den werdenden Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes allerdings ein relativer Insulinmangel, besonders wenn sie ein Alter über 30 Jahre und einen erhöhten Body-Mass-Index (BMI) aufweisen. Dieser resultiert daraus, dass die Bauchspeicheldrüse zwar ausreichend Insulin produziert, die Körperzellen jedoch nicht vermehrt auf diesen Insulinreiz reagieren. Daraus resultiert eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels im Blut.

 

Quellen:
IQTIG. Bundesauswertung zum Erfassungsjahr 2016: Geburtshilfe. 2017

Kleinwächter H. et al. Gestationsdiabetes mellitus (GDM) – Diagnostik, Therapie und Nachsorge. Diabetologie 2016; 11: 182–194

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Klinische Studien