Füße

Patienten mit diabetischem Fußsyndrom fehlt häufig Vitamin D

Geschwüre an den Füßen, eine Komplikation, die bis zu vier Prozent aller Patienten mit Diabetes entwickeln, können auf einen Mangel des Sonnenvitamins D3 hindeuten. Das zeigt eine neue Studie aus Deutschland.

Menschen, die schon seit vielen Jahren an Diabetes erkrankt sind, können infolge des gestörten Zuckerstoffwechsels ein diabetisches Fußsyndrom entwickeln. Aufgrund unzureichender Durchblutung, beeinträchtigter Nervenfunktion und gestörter Immunabwehr können Wunden an den Füßen entstehen und sich in diesen Bakterien einnisten. Es entwickeln sich Entzündungen und in der Folge schmerzhafte Geschwüre (Ulcera). Eine neue Studie zeigt nun, dass dieser Verlauf durch einen Vitamin D3-Mangel verschlimmert werden könnte.

Vitamin D unterstützt die Wundheilung

Es ist bekannt, dass eine Vitamin D-Unterversorgung durch zu wenig Sonnenlicht, unausgewogene Ernährung, Krankheiten oder Medikamente entstehen kann. Vorherige Untersuchungen haben gezeigt, dass Vitamin D bei der Wundheilung und im Knochenstoffwechsel eine Rolle spielt. Außerdem gibt es Hinweise, dass diabetische Nervenschäden, die bei der Entstehung des diabetischen Fußsyndroms beteiligt sein können, bei Vitamin D-Mangel häufiger auftreten. So könnte auch die Entstehung von Geschwüren bei Patienten mit einem diabetischen Fußsyndrom vom Vitamin D-Status beeinflusst werden, vermuteten die Experten, unter anderem vom Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ). Um mehr Informationen zum Vitamin D-Status bei Patienten mit diabetischem Fußsyndrom zu erhalten, haben sie die Vitamin D-Konzentrationen im Blut von 104 Patienten mit diabetischen Fußgeschwüren (Durchschnittsalter: 70 Jahre) bestimmt. Diese Patienten hatten Wunden, bei denen die Haut bereits bis in tiefe Gewebeschichten zerstört war. Verglichen wurden die Vitamin D-Werte dieser Patienten mit denen von 99 gesunden Kontrollpersonen sowie 103 Menschen mit Typ-2-Diabetes, die keine Fußgeschwüre hatten.

Fast alle Patienten mit Fußgeschwüren wiesen einen Vitamin D-Mangel auf

Tatsächlich war der Vitamin D3-Status bei den Patienten mit Geschwüren am Fuß mit einem durchschnittlichen Wert von 11,8 Nanogramm pro Milliliter Blut (ng/ml) wesentlich niedriger als bei den gesunden Kontrollpersonen (27,2 ng/ml). Bei den Teilnehmern mit Diabetes, aber ohne Wunden am Fuß, lag der Wert bei 19,0 ng/ml. Bei der Mehrheit der Patienten mit Fußgeschwüren (85 Prozent) wurden Vitamin D-Werte unterhalb des Minimalwertes von 20 ng/ml gemessen. Als normal gelten Spiegel von mindestens 30 ng/ml. Menschen mit Werten unter 20 ng/ml sind mit Vitamin D deutlich unterversorgt.

In der Studie wurde bei mehr als der Hälfte der Patienten mit diabetischem Fußsyndrom ein starker Vitamin D-Mangel offensichtlich. Ihre Werte lagen unter 10 ng/ml. Dabei zeigte sich, dass Patienten, deren Fußwunden als besonders schwerwiegend klassifiziert wurden, deutlich niedrigere Vitamin D-Spiegel aufwiesen als Patienten mit weniger gravierenden Wunden. Daraus schlussfolgern die Wissenschaftler, dass Patienten im fortgeschrittenen Stadium dieser Erkrankung am wahrscheinlichsten unter einem Vitamin D-Mangel leiden.

Fazit: Vitamin D-Spiegel bestimmen lassen

Die Ärzte raten, dass Patienten mit einem diabetischen Fußsyndrom eine Blutuntersuchung zur Bestimmung ihres Vitamin D-Wertes durchführen lassen. Ein eventueller Mangel könnte sich unter anderem negativ auf die Wundheilung und die Knochenfestigkeit auswirken. Günstig beeinflusst wird der Vitamin D-Spiegel durch ausreichend Sonnenlicht, Vitamin D-reiche Lebensmittel (z.B. fettreicher Fisch, da Vitamin D zu den fettlöslichen Vitaminen gehört) oder durch Vitamin D-Präparate, welche allerdings nur nach Absprache mit einem Arzt eingenommen werden sollten.

 

Quelle:
Feldkamp J et al. Severe Vitamin D3 Deficiency in the Majority of Patients with Diabetic Foot Ulcers. Horm Metab Res 2018; 50(08): 615-619. https://doi.org/10.1055/a-0648-8178

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Klinische Studien