Nieren

Normnaher Blutzucker senkt langfristig das Risiko für eine Nierenschädigung bei Typ-1-Diabetes

Eine möglichst normnahe HbA1c-Einstellung wirkt sich auch noch viele Jahre später günstig auf die Nierenfunktion von Menschen mit Typ-1-Diabetes aus.

Verschlechterung der Nierenfunktion bei Typ-1-Diabetes

Nierenerkrankungen kommen bei Menschen mit Typ-1-Diabetes häufig vor und können ernste Folgen haben. Hinweise auf die gestörte Nierenfunktion liefern unter anderem eine vermehrte Albuminausscheidung im Urin (Mikro- bzw. Makroalbuminurie) und eine Verringerung der sogenannten glomerulären Filtrationsrate (GFR). Letztere hilft dem Arzt abzuschätzen, wie gut die Filterleistung der Nieren ist.

Eine Arbeitsgruppe aus der bekannten DCCT-Studie (Diabetes Control and Complications Trial) hat untersucht, ob eine intensivierte Blutzuckereinstellung bei Menschen mit Typ-1-Diabetes die Nieren langfristig vor Folgeschäden bewahren kann.

Intensivierte Blutzuckereinstellung in der DCCT-Studie

An der DCCT-Studie nahmen ehemals 1.441 Menschen mit Typ-1-Diabetes teil. Dabei handelte es sich um relativ junge Menschen ohne Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ohne bekannte Herz-Kreislauf-Risikofaktoren. Eine Hälfte der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer unterzog sich der intensivierten blutzuckersenkenden Behandlung und erreichte damit mittlere Blutzucker-Langzeitwerte (HbA1c-Werte) von 7%. Die andere Hälfte erhielt eine (für damalige Verhältnisse) Standard-Behandlung. Diese Gruppe erzielte mittlere HbA1c-Werte von lediglich 9%.

Die DCCT-Studie dauerte im Durchschnitt 6,5 Jahre. Anschließend wurden die meisten Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer in dem Folgeprojekt EDIC (Epidemiology of Diabetes Interventions and Complications) über weitere 8 Jahre nachbeobachet. Da die DCCT-Ergebnisse bereits deutliche Vorteile einer intensivierten blutzuckersenkenden Therapie gezeigt hatten, wurde allen Teilnehmenden der EDIC-Phase ebenfalls zu einer intensivierten Behandlung geraten.

Risiko für eine Nierenfunktionsstörung sinkt deutlich

Teilnehmende, die während der DCCT-Phase durch die intensivierte Therapie eine fast normnahe Blutzuckereinstellung erreicht hatten, wiesen nach weiteren 8 Beobachtungsjahren noch immer deutlich bessere Nierenwerte auf als Teilnehmende mit einer (damaligen) Standardbehandlung: Im Vergleich war das Risiko für eine Mikroalbuminurie um 59% und für eine Makroalbuminurie um 84% geringer. Auch das Risiko für eine Abnahme der Nieren-Filterleistung (GFR) sank im Vergleich um 50%. Teilnehmerinnen und Teilnehmer, bei denen von Anfang an eine intensivierte Blutzuckerkontrolle angestrebt worden war, hatten außerdem bessere Blutdruckwerte.

Das Fazit der Studienautoren

Menschen mit Typ-1-Diabetes profitieren hinsichtlich ihrer Nierenfunktion von einer intensivierten Blutzuckereinstellung deutlich. Das Erreichen möglichst normnaher Blutzuckerwerte kann die Nieren langfristig vor ernsten Folgeschäden schützen.

 

Quelle:

de Boer ICH et al. Kidney disease and related findings in the diabetes control and complications trial/epidemiology of diabetes interventions and complications study. Diabetes Care 2014; 37:24-30

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Klinische Studien