Leber

Nicht-alkoholische Fettleber bei Typ-2-Diabetes besonders häufig

Die nicht-alkoholbedingte Fettleber ist mittlerweile die häufigste chronische Lebererkrankung in den westlichen Industrienationen. Besonders betroffen sind Menschen mit Übergewicht und Insulinresistenz – beides Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes. Eine Studie hat die Fettleber-Häufigkeit bei Patientinnen und Patienten mit Typ-1-Diabetes oder Typ-2-Diabetes untersucht und verglichen.

Häufigkeit nimmt dramatisch zu

Schätzungsweise fast jeder 3. Erwachsene in den westlichen Industrienationen ist von einer nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (non-alcoholic fatty liver disease, NAFLD) betroffen. Wichtige Risikofaktoren sind Übergewicht und Insulinresistenz. Vor allem übermäßiges Bauchfett spielt eine Rolle bei der Entwicklung der Fettleber. In den letzten Jahren wurde auch eine starke Zunahme der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen beobachtet.

Mögliche Folgen einer langjährigen Fettlebererkrankung können eine Fettleberentzündung (Steatohepatitis), Leberzirrhose oder, in selteneren Fällen, Leberkrebs sein. Für die Betroffenen erhöht sich außerdem das Risiko, an Typ-2-Diabetes oder Bluthochdruck zu erkranken sowie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

Studie bei Menschen mit Diabetes

Eine Studiengruppe aus den USA hat nun die Häufigkeit einer nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung bei Menschen mit einer bekannten Typ-1- oder Typ-2-Diabetes-Erkrankung verglichen. Bei den Patientinnen und Patienten wurde der Fettgehalt der Leber mithilfe einer Magnetresonanztomographie (MRT)-Untersuchung gemessen. Eine Fettleber lag definitionsgemäß vor, wenn der Fettgehalt der Leber mindestens 6 % betrug.

Menschen mit Typ-2-Diabetes häufiger betroffen als Menschen mit Typ-1-Diabetes

Die Auswertungen zeigen, dass bei fast 69 % der Personen mit Typ-2-Diabetes eine nicht-alkoholische Fettleber vorlag. In der Gruppe der Menschen mit Typ-1-Diabetes waren hingegen „nur“ knapp 9 % der Patientinnen und Patienten betroffen. Damit einhergehend zeigten Menschen mit Typ-2-Diabetes auch höhere Werte beim Körpergewicht, den Leberwerten, den Blutfetten (Triglyzeride) und der Harnsäure. Menschen mit Typ-2-Diabetes hatten ebenfalls häufiger einen Bluthochdruck und wiesen einen niedrigeren Adiponektin-Spiegel auf. Adiponektin ist ein Eiweißhormon, das die Insulinwirkung im Körper verbessert und damit einen günstigen Einfluss auf den Zuckerstoffwechsel (Glukosestoffwechsel) hat.

Deutlicher Zusammenhang zwischen Adipositas und Risiko für Fettleber

Die Untersuchung ergab einen klaren Zusammenhang zwischen dem Body-Mass-Index (BMI) und dem Leberfettgehalt: Bei Betroffenen mit einer nicht-alkoholischen Fettleber war der BMI deutlich höher als bei Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern mit einem normalen Leberbefund. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes ging eine nicht-alkoholische Fettlebererkrankung außerdem häufiger mit erhöhten Leber- und Blutfettwerten (Triglyzeride) sowie mit höheren Nüchtern-Blutzuckerwerten (Nüchtern-Blutglukosewerten) einher. Es zeigte sich hingegen kein Zusammenhang zwischen dem HbA1c-Wert (Langzeit-Blutzuckerwert) und der Fettlebererkrankung.

Wie macht sich eine Fettleber bemerkbar?

Die Diagnose einer nicht-alkoholischen Fettleber lässt sich anhand der Krankengeschichte des Betroffenen, körperlicher Untersuchungsbefunde, verschiedener Laborwerte und einer Ultraschalluntersuchung stellen.

Oft wird eine Fettleber durch Zufall entdeckt, denn sie verursacht meist keine oder nur unspezifische Beschwerden. Dazu können zum Beispiel ein Druckgefühl im Oberbauch, häufiges Völlegefühl, Beschwerden beim Liegen auf der rechten Seite und eine allgemeine Antriebsarmut gehören.

Das Fazit der Studienautorinnen und -autoren

Die Häufigkeit der nicht-alkoholischen Fettleber ist bei Menschen mit Typ-2-Diabetes hoch und bei Menschen mit Typ-1-Diabetes eher niedrig. Das Vorliegen einer Fettleber führt nicht zwangsläufig zu einer Verschlechterung des Zuckerstoffwechsels. Allerdings haben die Betroffenen ein erhöhtes Risiko für ernste Lebererkrankungen und/oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mit Lebensstiländerungen wie einer Gewichtsabnahme bei Übergewicht, Anpassung der Ernährung und vermehrter körperlicher Aktivität, lässt sich einer nicht-alkoholischen Fettleber wirksam vorbeugen.

 

Quelle:
Cusi K et al. Non-alcoholic fatty liver disease (NAFLD) prevalence and its metabolic associations in patients with type 1 diabetes and type 2 diabetes. Diabetes Obes Metab 2017; 19(11): 1630-1634

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