Typ-1-Diabetes

Menschen mit Typ-1-Diabetes haben häufig auch andere Autoimmunerkrankungen

Typ-1-Diabetes kann mit anderen Autoimmunerkrankungen einhergehen. Betroffen sind vor allem Frauen und Menschen, bei denen der Typ-1-Diabetes erst spät aufgetreten ist oder bereits lange vorliegt.

Gestörte Toleranz des Immunsystems

Die Erkrankung Typ-1-Diabetes beruht auf einer Fehlfunktion des körpereigenen Abwehrsystems. Als Folge greift das Immunsystem die Insulin-herstellenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse an. Wenn ein bestimmter Anteil der Zellen zerstört ist, führt dies zum Insulinmangel. Der Zucker kann deshalb nicht mehr in die Zellen gelangen, weshalb der Blutzucker unkontrolliert ansteigt.

Solche Immunreaktionen gegen körpereigene Zellen werden als Autoimmunerkrankung bezeichnet. Es ist bekannt, dass Menschen mit Typ-1-Diabetes auch gleichzeitig an anderen Autoimmunerkrankungen leiden können. Am häufigsten werden autoimmune Schilddrüsenerkrankungen beobachtet.

Eine Studie hat dieses Phänomen näher untersucht: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den USA untersuchten, ob es beim Typ-1-Diabetes Risikofaktoren für die Entstehung weiterer Autoimmunerkrankungen gibt.

Mehr als 1/3 der Menschen mit Typ-1-Diabetes sind betroffen

An der Studie nahmen 1.212 Personen teil. Rund 35 der Betroffenen litten neben ihrem Typ-1-Diabetes an mindestens einer weiteren Autoimmunerkrankung. Am häufigsten waren:

  • Schilddrüsenerkrankungen (z. B. eine Schilddrüsenunterfunktion (Hashimoto))
  • autoimmune Erkrankungen des Bindegewebes (Kollagenosen), z. B. rheumatoide Arthritis oder Schuppenflechte (Psoriasis)
  • autoimmune Erkrankungen der Haut und Haare, z. B. Weißfleckenkrankheit (Vitiligo)
  • perniziöse Anämie (spezielle Form der „Blutarmut“, bei welcher der Körper Abwehrstoffe gegen Zellen und Eiweiße bildet, die für die Aufnahme von Vitamin B12 und damit für die Blutbildung eine wichtige Rolle spielen)

Risikofaktoren sind LADA, längere Diabetes-Dauer und weibliches Geschlecht

Die Auswertung der Studie kam zu folgenden Ergebnissen: Die Wahrscheinlichkeit für weitere Autoimmunerkrankungen stieg mit der Dauer des Typ-1-Diabetes an. Frauen waren 2-3-mal häufiger betroffen als Männer. Außerdem zeigten Betroffene mit einem erst spät einsetzenden autoimmunen Diabetes im Erwachsenenalter (LADA) ein erhöhtes Risiko für weitere Autoimmunerkrankungen.

Das Fazit des Forschungsteams

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Typ-1-Diabetes mit weiteren Autoimmunerkrankungen einhergeht, ist bei längerer Diabetes-Erkrankung, bei einem LADA und bei Frauen erhöht. Bei diesen Personengruppen sollte daher besonders auf mögliche weitere Autoimmunerkrankungen geachtet werden.

Quelle:
Hughes JW et al. Late-Onset T1DM and Older Age Predict Risk of Additional Autoimmune Disease. Diabetes Care 2018 (online)

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Klinische Studien