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Insulinpumpentherapie: Unterzuckerungen durch gewichtsangepasste Behandlung besser kontrollierbar

Menschen mit Typ-1-Diabetes, die sich für eine kontinuierliche subkutane Insulininfusion mittels einer tragbaren Pumpe entschließen, können Unterzuckerungen (Hypoglykämien) mit einer auf das Gewicht abgestimmten Traubenzucker-Behandlung (Glukosebehandlung) in den Griff bekommen.

In Deutschland wird rund die Hälfte aller jüngeren Patientinnen und Patienten mit Typ-1-Diabetes eine Insulinpumpe verordnet, auch aufgrund des geringeren Risikos schwerer Unterzuckerungen, im Vergleich zu mehrmals täglichen Insulininjektionen. Dennoch treten bei Betroffenen, die diese Pumpen mit kontinuierlicher subkutaner Insulininfusion nutzen, Unterzuckerungen auf, die sofort adäquat behandelt werden müssen.

20 Erwachsene und 15 Kinder behandelt

Ein Forschungsteam aus Neuseeland hat in einer klinischen Studie bei Kindern und Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes untersucht, ob sich diese Unterzuckerungen mit einer auf das Körpergewicht der Patientinnen und Patienten abgestimmten Traubenzucker-Behandlung (0,3 g/kg Körpergewicht) besser unter Kontrolle bringen lassen als mit der international empfohlenen Behandlung mit einer fixen Dosis von 15 g Traubenzucker für Erwachsene und 10 g für Kinder.

Die Studiengruppe der Universität von Otago in Wellington hat 37 Betroffene mit Typ-1-Diabetes und häufigen Unterzuckerungen in die Studie eingeschlossen; beendet haben die Untersuchung 20 Erwachsene und 15 Kinder zwischen 6 und 68 Jahren, die alle eine Insulinpumpe nutzten. Bei jeder Unterzuckerungsepisode (kapillärer Blutzucker (Blutglukose) unter 4,0 mmol/l (72 mg/dl)) wurden sie per Zufallsprinzip einem von 2 Behandlungsprotokollen zugeteilt:

  • Traubenzucker-Tabletten in einer gewichtsabhängigen Dosis von 0,3 g/kg Körpergewicht
  • Traubenzucker-Tabletten in einer Standarddosis von 15 g für Erwachsene und 10 g für Kinder

Bei einem Blutzuckerwert von unter 3 mmol/l (54 mg/dl) wurde die jeweils doppelte Dosis der Traubenzucker-Tabletten verabreicht. 10 Minuten nach der Traubenzuckergabe wurde der Blutzuckerspiegel erneut gemessen und die Behandlung bei einem Wert von unter 4 mmol/l (72 mg/dl) wiederholt. Bei allen Betroffenen wurden auf diese Weise bis zu 10 Unterzuckerungsepisoden behandelt.

Insgesamt traten im Studienverlauf 286 Unterzuckerungen auf, die die Patientinnen und Patienten durch eine an ihr Körpergewicht angepasste Traubenzuckerzufuhr deutlich besser kontrollieren konnten. Unter den Erwachsenen normalisierte sich der Blutzuckerspiegel bei 60 % der Unterzuckerungen durch eine initiale Standard-Traubenzuckergabe von 15 g. Bei der gewichtsbasierten Traubenzucker-Behandlung war das bei 82 % der Episoden möglich. Bei den Kindern erreichte die Standard-Dosis eine Normalisierung der Blutzuckerwerte bei 62 % der Unterzuckerungen; die gewichtsbasierte Therapie bei 81 %. Nach 10 Minuten war der Blutzuckerspiegel durch die gewichtsangepasste Dosis bei Erwachsenen im Schnitt um 1,5 mmol/l (27 mg/dl), bei Kindern um 1,3 mmol/l (23 mg/dl) gestiegen. Im Vergleich: Unter der fixen Standard-Dosis betrugen die Anstiege nur 1,1 mmol/l (20 mg/dl) und 0,08 mmol/l (1 mg/dl).

Fazit: Erstbehandlung der Unterzuckerung häufiger erfolgreich

Bei Kindern und Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes, die eine Insulinpumpe nutzen, können Unterzuckerungen durch ein an das Körpergewicht angepasstes Behandlungsprotokoll mit Traubenzucker-Tabletten besser ausgeglichen werden als durch ein Standard-Protokoll mit fixer Dosis. Das bestätigt diese Studie aus Neuseeland.

 

Quelle:
McTavish L et al. Weight-based carbohydrate treatment of hypoglycaemia in people with Type 1 diabetes using insulin pump therapy: a randomized crossover trial. Diabet Med. 2018; 35: 339-346

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Klinische Studien