Herz-Kreislauf

Herzschwäche als Komplikation oft unterschätzt

Ein Typ-2-Diabetes verändert auch den Stoffwechsel im Herzen. Es entsteht ein höheres Risiko für eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Dieses kann womöglich durch eine nicht-alkoholische Fettleber noch verstärkt werden. Regelmäßige Kontrollen in einer kardiologischen Schwerpunktpraxis, Bewegung und Gewichtsabnahme helfen, das Risiko zu senken.

Menschen mit Typ-2-Diabetes entwickeln häufiger eine Herzschwäche, als die Normalbevölkerung. Rund 10-30 % der Patientinnen und Patienten mit Typ‑2‑Diabetes sind von dieser Erkrankung betroffen. Umgekehrt erhöht eine Herzschwäche das Diabetes-Risiko. Welche Ursachen dieser Zusammenhang hat und welche Therapien helfen könnten, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in einem Bericht über den aktuellen Stand der Forschung beleuchtet.

Herz leidet unter erhöhtem Blutzucker

Die exakten Ursachen, warum ein Diabetes die Entwicklung einer Herzinsuffizienz begünstigt, sind noch nicht völlig aufgeklärt. Sicher ist, dass ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel (Blutglukosespiegel) den Stoffwechsel des Herzens negativ beeinflusst. Im Herzen werden Fette gespeichert, wodurch die Blutzuckeraufnahme sinkt. Energie wird vermehrt aus Fettsäuren produziert. Das wiederum kann zu Entzündungen und oxidativem Stress, einer vermehrten Ansammlung von schädigenden freien Radikalen, führen. In der Folge arbeiten die Energie-produzierenden Mitochondrien des Herzens weniger effektiv. All das kann zu einer krankhaften Veränderung des Herzgewebes (Myokardfibrose) und schließlich zu einer Herzschwäche führen.

Fettleber schädigt das Herz zusätzlich

Eine nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD), die bei einem Leberfettgehalt von mehr als 5 % vorliegt und die bei Menschen mit Diabetes übermäßig häufig auftritt, erhöht das Risiko für eine Herzschwäche zusätzlich. Der erhöhte Fettgehalt der Leber kann Herzrhythmusstörungen, die Entwicklung einer koronaren Herzerkrankung (KHK) und einer Herzschwäche begünstigen.

Änderung des Lebensstils und Medikamente zur Therapie der Herzschwäche

Bei der Wahl des Diabetes-Medikaments sollte immer auch das Risiko für Herzerkrankungen und speziell das Risiko einer Herzschwäche berücksichtigt werden. Studien haben gezeigt, dass sich einige blutzuckersenkende Medikamente positiv auf die Herzgesundheit auswirken. Die Therapie erster Wahl für Menschen mit Typ-2-Diabetes und Herzschwäche oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleibt die Änderung des Lebensstils in Kombination mit Metformin.

Auch andere Medikamente in Tablettenform können bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes helfen. In Studien bei Patientinnen und Patienten mit Typ‑2‑Diabetes und Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems konnten einige Medikamente der Wirkstoffklasse der SGLT2-Hemmer das Herz-Kreislauf-Risiko deutlich senken. Daher werden diese Wirkstoffe für Menschen mit Typ-2-Diabetes und einer Herzschwäche ebenfalls empfohlen. Einige Vertreter aus der Wirkstoffklasse der zu spritzenden GLP1-Rezeptor-Agonisten, können das Risiko für Herzgefäßerkrankungen senken und möglicherweise den Leberfettgehalt reduzieren.

 

Quelle:
Zweck E et al. Das diabetische Herz und Herzinsuffizienz– Aktuelles zu Entstehung und Therapie. Dtsch Med Wochenschr 2019; 144: 175-179

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Klinische Studien