Herz-Kreislauf

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Menschen mit Diabetes. Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes treten koronare Herzkrankheit (KHK) und Herzinfarkte 2-3 mal häufiger auf als bei Menschen ohne Typ-2-Diabetes mit anderen Risikofaktoren (siehe unten).

Diagnose

Häufig angewandte Diagnoseverfahren sind ein Belastungs-EKG (Echokardiographie), ein Belastungsultraschall des Herzens sowie Untersuchungsmethoden zu Bestimmung der Arterienverkalkung (z.B. Herzkatheteruntersuchung, Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT)).

Risikofaktoren

Frauen mit Diabetes haben ein höheres Risiko an einer KHK zu erkranken als Männer mit Diabetes. Die bekanntesten Risikofaktoren für Herzerkrankungen sind:

  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • Albuminurie und Nierenfunktionsverlust
  • Prädiabetes oder Diabetes (unabhängig von der Diabetesform)
  • Alter
  • Fettstoffwechsel- und/oder Durchblutungsstörungen
  • KHK in der Vorgeschichte

Anhand von Risikoscores kann das persönliche Risiko für KHK abgeschätzt werden. Weitere  Informationen liefert die Leitlinie Risikoadjustierte Prävention von Herz- und Kreislauferkrankungen.

ACC/AHA Klassifikation des Blutdrucks bei Erwachsenen

2017 wurde die neue Klassifikation des Blutdrucks für Erwachsene von dem American College of Cardiology (ACC) und der American Heart Association (AHA) vorgestellt:

Klassifikation SBP (mmHg)   DBP (mmHg)
Normal <120 und <80
Erhöhter Blutdruck 120-129 und <80
Hypertonie
Milde Hypertonie
(Schweregrad I)
130-139 oder 80-89
Mittelschwere Hypertonie (Schweregrad II) 140-180 oder ≥90
Schwere Hypertonie (Schweregrad III) >180 oder >120

Bei Betroffenen mit einem bereits bestehenden Diabetes sollte der Blutdruck unter 140/90 mmHg nach der American Diabetes Association (ADA) liegen.

Therapie

Wie bei Betroffenen mit einer diabetischen Nierenerkrankung, erfolgt die Prävention (des Fortschreiten einer Herzerkrankung durch die Therapie und Vermeidung von Risikofaktoren, insbesondere des Körpergewichtes, der Blutfettwerte, des Blutdrucks und der Blutzuckereinstellung. Zusätzlich sollte eine Veränderung des Lebensstils, wie z.B. Rauchverzicht und sportliche Aktivität angestrebt werden.

Beim Vorliegen von mehrfachen Gefäßverengungen, kann eine Stentimplantation oder eine Bypass-Operation zur Behandlung notwendig werden.

 

Quellen:
American Diabetes Association. Cardiovascular Disease and Risk Management. Sec. 9. In Standards of Medical Care in Diabetes: Diabetes Care 2017; 40 (Suppl. 1): 75–87

Gohlke H et al. Leitlinie Risikoadjustierte Prävention von Herz- und Kreislauferkrankungen. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie − Herz- und Kreislaufforschung e.V. 2007; 1-36

Stone NJ et al. AAC/AHA Guidline on the Treatment of Blood Cholesterol to Reduce Atherosclerotic Cardiovascular Risk in Adults – A report of the American College of Cardiology/American Heart Association Task Force on Practice Guidelines; Circulation 2014; 129: 1-45

Whelton PK et al. ACC / AHA / AAPA / ABC / ACPM / AGS / APhA / ASH / ASPC / NMA / PCNA Guideline for the Prevention, Detection, Evaluation, and Management of High Blood Pressure in Adults. Hypertension 2017

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Klinische Studien