Nieren

GLP-1-Analogon schützt die Nieren bei Typ-2-Diabetes

Das GLP-1-Analogon Liraglutid konnte bei Menschen mit Typ-2-Diabetes das Risiko für Nierenerkrankungen (Nephropathie) senken.

Ein Drittel aller Dialysepatienten haben Diabetes

Etwa ein Drittel aller Menschen mit Diabetes entwickeln im Verlauf ihrer Erkrankung eine Nierenerkrankung. Letztere ist eine ernst zu nehmende Komplikation, da sie zu einem Funktionsverlust der Nieren bis hin zum Versagen dieser wichtigen Filter- und Reinigungsorgane führen kann. In diesem Endstadium bleibt dem Betroffenen dann nur noch die Blutwäsche (Dialyse) oder eine Nierentransplantation. Bei rund einem Drittel aller Dialysepatienten in Deutschland liegt eine Diabetes-Erkrankung vor.

Nierenerkrankungen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes sind oft die Folge von dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten. Eine weitere wichtige Rolle spielt der Bluthochdruck, der häufig mit Typ-2-Diabetes vergesellschaftet ist und die Nieren ebenfalls schädigt.

Eine der wichtigsten Maßnahmen, um Nierenerkrankungen bei Diabetes vorzubeugen, ist neben der Blutdruckeinstellung auch eine möglichst adäquate Blutzuckerkontrolle (Blutglukosekontrolle).

GLP-1-Analoga in der Behandlung von Typ-2-Diabetes

Seit einigen Jahren stehen für die Behandlung von Menschen mit Typ-2-Diabetes so genannte GLP-1-Rezeptor-Agonisten, kurz GLP-1-Analoga, zur Verfügung. GLP-1 ist die Abkürzung für „Glucagon-like Peptide-1“ und zählt zu den Darmhormonen. Es ist an der Steuerung des Glukosestoffwechsel mitbeteiligt: GLP-1 fördert die Abgabe von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse und hemmt gleichzeitig das Hormon Glukagon, einen „Gegenspieler“ von Insulin.

Studie prüft GLP1-Analogon auf nierenschützende Wirkung

Eine Studie hat die Therapie mit dem GLP-1-Analogon Liraglutid bei 9.340 Menschen mit Typ-2-Diabetes und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht. Die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer erhielten zusätzlich zu ihrer bisherigen Diabetes-Therapie entweder Liraglutid oder ein Placebo. Unter dieser Behandlung wurden die Studienteilnehmende bis zu 5 Jahre lang beobachtet.

Nach diesem Zeitraum werteten die Wissenschaftler aus, ob in der Zwischenzeit Folgendes aufgetreten war:

  • Eiweißverlust über die Nieren (deutlicher Hinweis auf eine Nierenschädigung)
  • Verdoppelung des Serum-Kreatininspiegels (deutlicher Hinweis auf eine Nierenschädigung)
  • Nierenversagen oder Tod durch eine Nierenerkrankung

Die Auswertung der Ergebnisse zeigte, dass unter der zusätzlichen Liraglutid-Therapie die Rate an ernst zu nehmenden Nierenschädigungen im Vergleich zur Placebo-Gruppe (Diabetestherapie ohne Liraglutid) um insgesamt 22 % – und damit deutlich – gesenkt werden konnte.

 

Fazit der Autorinnen und Autoren

Für einige neuere Antidiabetika wird ein schützender Effekt auf die Nierenfunktion von Menschen mit Typ-2-Diabetes vermutet. Die vorliegende Studie konnten diesen Effekt für das GLP-1-Analogon Liraglutid bestätigen.

 

Quelle:
Mann JFE et al. Liraglutide and Renal Outcomes in Type 2 Diabetes. N Engl J Med 2017; 377: 2197-2198

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Klinische Studien