Meldungen zur Therapie

GLP-1-Analoga senken Blutzucker in Triple-Therapie

Wenn eine duale Therapie mit Metformin plus Sulfolylharnstoffen oder Glitazonen nicht ausreicht, können Antidiabetika der Wirkstoffklasse der GLP-1-Analoga als 3. Medikament helfen, den Blutzucker (Blutglukose) besser zu kontrollieren.

GLP-1-Analoga, auch Inkretin-Mimetika genannt, sind vor rund 10 Jahren neu entwickelte, unter die Haut (subkutan) verabreichte Antidiabetika. Auf dem Markt in Deutschland befinden sich Exenatid, Liraglutid, Albiglutid, Dulaglutid, Semaglutid und Lixisenatid. Wie sich diese Medikamente, auch im Vergleich zu anderen Wirkstoffklassen, in einer 3-fach-Therapie mit Metformin und einem weiteren Antidiabetikum schlagen, haben britische Forscherinnen und Forscher in einer großen Vergleichsstudie untersucht. Die Ergebnisse wurden in dem Fachblatt Diabetes, Obesity and Metabolism veröffentlicht.

Die Forschungsgruppe konnte anhand der Daten aus 43 zufallsverteilten (randomisierten) kontrollierten Studien mit mehr als 16.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern (Durchschnittsalter: 54 Jahre; durchschnittliche Diabetes-Dauer: 8 Jahre) zeigen, wie sich unterschiedliche 3. Antidiabetika bei Menschen mit Typ-2-Diabetes, deren Blutzucker durch eine duale Therapie nicht optimal kontrolliert wurde, auf den Blutzucker-Langzeitwert (HbA1c-Wert), das Gewicht und das Auftreten von Unterzuckerungen (Hypoglykämien) auswirkt. Zu Studienbeginn betrug der Butzucker-Langzeitwert im Schnitt 8,0 % (62,8 mmol/mol).

Metformin + Sulfonylharnstoffe + GLP-1-Analogon

Personen, die zusätzlich zu einer dualen Therapie mit Metformin und Sulfonylharnstoffen ein GLP-1-Analogon erhielten, konnten ihren Blutzucker-Langzeitwert nach 24-36 Wochen um durchschnittlich 1 % (12,6 mmol/mol) senken. Damit schnitt diese Wirkstoffklasse besser ab als Basalinsulin und genauso gut wie SGLT-2-Hemmer. Unter GLP-1-Alaloga sank zudem das Gewicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer um 0,8 kg. Diese Wirkstoffklasse schnitt damit in Kombination mit Metformin und Sulfonylharnstoffen besser ab als alle anderen untersuchten Drittlinien-Medikamente, mit Ausnahme der SGLT-2-Hemmer, die das Gewicht der Betroffenen noch substanzieller senken konnten. Übrigens werden GLP-1-Analoga auch gegen Übergewicht und Fettleibigkeit eingesetzt, da sie die Magenentleerung verlangsamen und das Sättigungsgefühl erhöhen. Negativer Aspekt: Das Risiko einer Unterzuckerung nahm in den Gruppen, die GLP-1-Analoga einnahmen, im Vergleich zu den Kontrollgruppen, die eine Placebo-Spritze erhielten, leicht zu.

Nach rund 1 Jahr Follow-up zeigten sich in dieser Kombination positive Auswirkungen der GLP-1-Analoga auf den Nüchtern-Blutzuckerwert, das heißt, nach 8-10 Stunden ohne Nahrung (Senkung um 1,3 mmol/l (23 mg/dl)). Der Blutzucker-Langzeitwert konnte nach dieser Zeitspanne um 0,9 % (13,7 mmol/mol) gesenkt werden.

Metformin + Glitazone + GLP-1-Analogon

In 8 Studien mit 2.399 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde eine duale Therapie aus Metformin und Glitazonen, plus ein 3. Medikament zur zusätzlichen Blutzuckerkontrolle, untersucht. Im Vergleich zu anderen Dritttherapien zeigten Patientinnen und Patienten, die GLP-1-Analoga erhielten, die stärkste HbA1c-Senkung gegenüber Placebo (-0,9 % (-13,7 mmol/mol)). Ihr Nüchtern-Blutzuckerwert nahm im Schnitt um 1,6 mmol/l (29 mg/dl) ab und sie nahmen durchschnittlich 2,4 kg ab. Auch in Kombination mit dieser dualen Therapie nahm bei Betroffenen, die GLP-1-Analoga erhielten, das Risiko einer Unterzuckerung leicht zu.

Fazit: GLP-1-Analoga sicher und wirksam in der 3-fach-Therapie

Die große Vergleichsstudie, die alle Drittlinien-Antidiabetika untersucht hat, zeigt, dass sich die Hinzunahme eines GLP-1-Analogon zu einer dualen Therapie, unter der der Langzeit-Blutzucker-Zielwert nicht erreicht wurde, positiv auf die Blutzuckerkontrolle und das Gewicht von Menschen mit Typ-2-Diabetes auswirkt.

 

Quelle:
Zaccardi F et al. Comparison of glucose-lowering agents after dual therapy failure in type 2 diabetes: A systematic review and network meta-analysis of randomized controlled trials. Diabetes Obes Metab. 2018; 20(4): 985-997

Tags
Mehr
Klinische Studien