Prävention

Gewichtsverlust, Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können Diabetes-Risiko langfristig senken

Ein Programm zur Lebensstiländerung hat bei Patienten mit einem hohem Diabetes-Risiko langfristigen Erfolg gezeigt: Nach drei Jahren hatten die Teilnehmer ein geringeres Körpergewicht, niedrigere Blutfettwerte und kardiovaskuläre Risikofaktoren sowie ein verringertes Diabetes-Risiko.

Ein gesunder Lebensstil kann einer Typ-2-Diabetes-Erkrankung vorbeugen. Das haben viele randomisierte Studien gezeigt, in denen der Erfolg von Präventionsprogrammen mit Ernährungs- und Bewegungskomponenten getestet wurde. Unklar ist jedoch, wie sich ein kombiniertes Bewegungs-, Ernährungs- und Abnehm-Programm im „echten Leben“ langfristig auf das Diabetes-Risiko auswirkt.

In neun allgemeinmedizinischen Praxen in der polnischen Stadt Krakau wurden 105 leicht übergewichtige Patienten mittleren Alters, überwiegend Frauen, untersucht, die an einer Intervention des europäischen Diabetes-Präventionsprojekts DE-PLAN (Diabetes in Europe Prevention using Lifestyle, physical Activity and Nutritional intervention) teilnahmen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift BMC Public Health veröffentlicht.

Die vier Ziele der Lebensstil-Intervention waren:

  • Gewichtsverlust
  • geringerer Verzehr von Gesamt- und gesättigten Fetten
  • höherer Verzehr von Obst, Gemüse und Ballaststoffen
  • mehr Bewegung

Die Patienten hatten nach dem finnischen Diabetes-Risiko-Test (FINDRISC) ein erhöhtes Diabetes-Risiko, waren jedoch alle zu Studienbeginn nicht an Diabetes erkrankt.

Zehnmonatiges Präventionsprogramm

Während der zehnmonatigen Maßnahme erhielten die Teilnehmer eine Einzelberatung sowie zehn Gruppengespräche zu dem Thema „gesunder Lebensstil“ mit den Schwerpunkten Ernährung und Bewegung. Die Beratungen wurden von ausgebildeten Krankenschwestern mit Kenntnissen in der Diabetes-Prävention durchgeführt. Zudem konnten die Teilnehmer zweimal pro Woche an Bewegungseinheiten (Aqua-Fitness und Gymnastik bzw. Fußball) teilnehmen und erhielten Tipps zu mehr Bewegung im Alltag. Zu Studienbeginn, ein Jahr sowie drei Jahre nach der Präventionsmaßnahme wurden Körpergewicht, Body Mass Index (BMI), Blutfette, Blutdruck und Blutzuckerwerte gemessen. Zehn Prozent der Teilnehmer hatten zu Studienbeginn einen abnormen Nüchtern-Glukosewert, 14% eine verminderte Glukosetoleranz.

Ein Kilogramm weniger und bessere Blutfettwerte

Nach einem Jahr hatten die Teilnehmer im Schnitt 2,3 kg Körpergewicht verloren, danach jedoch wieder 1,1 kg zugenommen. Insgesamt ergab sich in den drei Jahren nach dem Programm somit ein leichter Gewichtsverlust von 1,2 kg. Ebenfalls hatte sich das Präventionsprogramm drei Jahre nach Beendigung positiv ausgewirkt auf den Gesamtcholesterinwert, die Blutfette und den Nüchtern-Blutzuckerspiegel sowie auf das Diabetes-Risiko der Probanden nach dem FINDRISC-Test. Nach einem Jahr hatten nur 2%, nach drei Jahren 7% der Teilnehmer eine Diabetes-Erkrankung entwickelt, was die Kurz- und Langzeiterfolge des Präventionsprogramms bestätigt.

Fazit der Autoren: Lebensstiländerung wirkt nachhaltig

Die Intervention zeigt: Ein Präventionsprogramm mit Fokus auf Ernährung und Bewegung bringt Menschen mit erhöhtem Diabetes-Risiko auch langfristig gesundheitliche Vorteile. Der leichte Gewichtsverlust sollte nach Ansicht der Autoren durchaus als Erfolg und wichtiger Schritt in der Diabetes-Prävention betrachtet werden, da Menschen in der Normalbevölkerung im Schnitt pro Jahr ein halbes Kilogramm Körpergewicht zunehmen.

 

Quelle:
Gilis-Januszewska A, et al. Sustained diabetes risk reduction after real life and primary health care setting implementation of the diabetes in Europe prevention using lifestyle, physical activity and nutritional intervention (DE-PLAN). BMC Public Health 2017; 17: 198; https://doi.org/10.1186/s12889-017-4104-3

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Klinische Studien