Leber

Gesunder Lebensstil kann einer Fettleber vorbeugen

Menschen mit Übergewicht oder Diabetes haben ein gesteigertes Risiko einer nicht-alkoholischen Verfettung der Leber. Wer Übergewicht verliert, tierische Fette auf seinem Speiseplan reduziert und sich regelmäßig bewegt, kann gefährlichen Leberschäden als Folge einer nicht-alkoholischen Fettleber-Erkrankung vorbeugen.

Wenn sich zu viel Fett in den Leberzellen ansammelt, das Organ im Ultraschall also heller und größer als normal erscheint, spricht man von einer Fettleber. Jeder 3. Erwachsene in Deutschland ist davon betroffen. Viele kennen ihren Befund jedoch nicht, da eine Fettleber zunächst keine Beschwerden verursacht. Inzwischen weiß man aber, dass sie nicht harmlos ist, sondern Folgeschäden, etwa auch Diabetes mellitus, nach sich ziehen kann. Umgekehrt können Übergewicht oder Diabetes zu einer Fettleber führen. Bei der nicht-alkoholischen Fettleberentzündung drohen Leberschäden wie Zirrhose oder Leberkrebs gegebenenfalls im weiteren Verlauf.
Die genauen Zusammenhänge einer nicht durch Alkohol verursachten Fettleber und Diabetes haben deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaflter, unter anderem Prof. Dr. Michael Roden vom Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) in Düsseldorf, in einem Review zahlreicher klinischer Studien erörtert, der in der Fachzeitschrift Nature Reviews Gastroenterology and Hepatology erschienen ist.

Übergewicht spielt Schlüsselrolle

Die Zahl der Betroffenen beider Erkrankungen – nicht-alkoholische Fettleber und Diabetes-Typ-2 – haben weltweit stark zugenommen, schreiben die Autorinnen und Autoren. Daher sei es wichtig die Veränderungen im Körper, die zu ihrer Entstehung und ihrem Fortschreiten führen, besser zu verstehen, auch, um neue Therapien zu entwickeln. Übergewicht und Adipositas sind Risikofaktoren sowohl für die Entwicklung einer Diabetes-Erkrankung als auch für die Entstehung und das Fortschreiten einer Fettleber. Rund 70 % aller Menschen mit Typ-2-Diabetes haben eine Fettleber – und sind damit einem erhöhten Risiko einer ernsthaften Lebererkrankung ausgesetzt.
Umgekehrt führt eine Fettleber bei vielen Menschen zu einer Insulinresistenz. Dabei gilt: Je ausgeprägter die Fettleber, desto schlechter die Insulinwirkung in den Zellen. Somit steigt auch das Risiko eines Diabetes. Menschen mit einer Fettleber haben ein 2- bis 5-fach erhöhtes Risiko für Diabetes-Typ-2 im Vergleich zur Normalbevölkerung. Durch die verringerte Insulinwirkung wiederum steigen die Fette (Triglyzeride und das LDL-Cholesterin) in der Leber noch mehr an. Durch immer mehr eingelagerte Fette kann sich die Leber im Verlauf gegebenenfalls entzünden, was zu gefährliche Komplikationen wie Leberzirrhose oder einem Leberkarzinom führen könnte.

Tierische Fette fördern Verfettung

Wer seinen Lebensstil – vor allem die Ernährung – entsprechend anpasst, kann die Verfettung der Leber in frühen Stadien auch wieder rückgängig machen und zusätzlich sein Risiko für Diabetes-Typ-2 wesentlich senken. Das heißt: Gewicht verlieren, regelmäßige Bewegung in den Alltag einbauen und den Verzehr von gesättigten Fettsäuren reduzieren. Solche Fettsäuren sind fast nur in tierischen Fetten enthalten – also beispielsweise in Butterschmalz, Fleisch, Sahne, Käse, Mayonnaise oder Soßen.

Fazit: Lebererkrankung abklären

Da sich Fettleber und Diabetes gegenseitig bedingen können, ist es wichtig das jeweilige Erkrankungsrisiko frühzeitig untersuchen zu lassen. Für Menschen mit Diabetes-Typ-2 heißt das: Eine Ärztin oder ein Arzt sollte abklären, ob eine Verfettung der Leber oder vielleicht sogar schon eine Fettleberentzündung vorliegt, um der Entstehung einer fortgeschrittenen Leberschädigung vorzubeugen.

 

Quelle:
Tilg H et al. NAFLD and diabetes mellitus. Nat Rev Gastroenterol Hepatol. 2017; 14(1): 32-42

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Klinische Studien