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Erster Vergleich zwischen Insulin Glargin 300 und Insulin Degludec 100: Blutzuckersenkung gleichermaßen effektiv

Laut der BRIGHT-Studie führen die beiden langzeitwirkenden Analoginsuline zu einer vergleichbar guten Blutzuckersenkung. Im Vergleich traten unter dem Insulin Glargin weniger Unterzuckerungen (Hypoglykämien) in der Dosis-Anpassungsphase (Titrationsphase) auf.

Die Langzeit-Insulinanaloga der 2. Generation, Glargin 300 und Degludec 100, sind seit 2015 bzw. Dezember 2018 zur Behandlung des Typ-1- und Typ-2-Diabetes in Deutschland zugelassen. Das besondere an den Insulinanaloga ist ihre lange Wirkung mit deutlich geringeren Blutzuckerschwankungen, was vor nächtlichen Unterzuckerungen schützen kann. Ob die beiden Insuline hinsichtlich der Blutzuckerkontrolle und der Vermeidung von Unterzuckerungen ebenbürtig sind, hat ein internationales Forschungsteam erstmals in der doppel-verblindeten und zufallsverteilten (randomisierten) BRIGHT-Studie untersucht.

Erster direkter Vergleich der Insuline

In die Studie wurden 929 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes aus 16 Ländern eingeschlossen, die noch keine Insulinbehandlung erhalten hatten und deren Blutzucker mit Diabetes-Medikamenten in Tablettenform (oralen Antidiabetika) unzureichend eingestellt war. Es wurden keine Menschen mit Typ-1-Diabetes eingeschlossen.
Die Teilnehmenden wurden in die beiden Gruppen zufallsverteilt und spritzten über 24 Wochen täglich das Analoginsulin Glargin – 300 Einheiten/ml -oder das Analoginsulin Degludec -100 Einheiten/ml.
Der Blutzuckerzielbereich lag bei 80-100 mg/dl (4,4-5,6 mmol/l). Um diesen Zielbereich zu erreichen, passte das Studienteam die Insulindosis für alle Teilnehmenden individuell an. Zu Studienbeginn und Studienende nach 24 Wochen wurde der Blutzucker-Langzeitwert (HbA1c-Wert) der Teilnehmenden gemessen und verglichen.

Blutzucker-Langzeitwert sinkt deutlich

Der Blutzucker-Langzeitwert konnte durch beide Insulinanaloga von durchschnittlich 8,7 % (Glargin 300) und 8,6 % (Degludec 100) auf durchschnittlich 7,0 % gesenkt werden. Die häufigste Nebenwirkung der
Langzeit-Insulinanaloga sind Unterzuckerungen. Diese traten häufiger während der Dosis-Anpassungsphase in der 1. Studienhälfte (1-12. Woche), unter dem Insulin Degludec 100 auf.

Fazit: Gute Blutzuckerkontrolle – jedoch weitere Studien nötig

Der Vergleich der beiden Analoginsuline in der BRIGHT-Studie zeigte, dass sowohl mit Glargin 300 als auch mit Degludec 100 eine vergleichbar gute Kontrolle des Blutzuckerspiegels bei Typ-2-Diabetes erreicht werden kann. Das Risiko einer Unterzuckerung, war in der Anpassungsphase nachts geringfügig unter Degludec 100 erhöht. Nachdem die Injektionswerte angepasst waren, war das Risiko einer Unterzuckerung gleichermaßen niedrig. Weitere Vergleichsstudien sollten die Insulinanaloga bei Betroffenen mit einem erhöhten Risiko für Unterzuckerungen und Typ-1-Diabetes untersuchen und vergleichen.

Welche Insulinanaloga für die Diabetes-Therapie geeignet sind, sollte immer individuell unter Berücksichtigung von Nebenerkrankungen und weiterer Medikamente in Absprache mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin gewählt werden.

 

Quelle:

Rosenstock J et al. More Similarities Than Differences Testing Insulin Glargine 300 Units/mL Versus Insulin Degludec 100 Units/mL in Insulin-Naive Type 2 Diabetes: The Randomized Head-to-Head BRIGHT Trial. Diabetes Care 2018; 41: 2147-2154

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Klinische Studien