Prävention

Erneut bestätigt: Mediterrane Kost kann das Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes senken

Die Ernährung hat einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit – und kann sogar das Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes reduzieren. Das bestätigen Ergebnisse von Teilnehmern der EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition)-Studie in Deutschland.

Gelten die Ergebnisse auch für die Bevölkerung in Deutschland?

Verschiedene Untersuchungen kamen in der Vergangenheit immer wieder zu dem gleichen Resultat: Wer einem mediterranen Ernährungsplan folgt („Mittelmeer-Diät“), profitiert von gesundheitlichen Vorteilen. Unter anderem wirkt sich eine mediterrane Kost auch günstig auf Typ-2-Diabetes aus, indem sie das Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes senken kann. Bisher war allerdings unklar, ob die Ergebnisse zur mediterranen Kost aus dem Mittelmeerraum auch für die Bevölkerung in Deutschland gelten. Dieser Frage gingen nun Wissenschaftler aus Deutschland bei Teilnehmern der EPIC-Studie nach.

Freiwillige Probanden wurden fast 11 Jahre beobachtet

Die Arbeitsgruppe um Cecilia Galbete wertete hierfür die Daten von 23.485 Personen im mittleren Alter aus, die bei Studieneinschluss als „gesund“ galten und noch keinen Diabetes aufwiesen. Nach einer Beobachtungszeit von fast 11 Jahren verglichen die Wissenschaftler nun die Ernährungsweise der Teilnehmer mit dem Auftreten von Typ-2-Diabetes und damit eng verbundenen Erkrankungen wie z.B. Herzinfarkt. Hierfür wurde anhand von Scores ermittelt, wie stark sich die Studienteilnehmer an bestimmte Kostformen, wie die Mittelmeer-Diät, gehalten hatten.

Mit Mittelmeer-Diät seltener Typ-2-Diabetes und Herzinfarkt

Das Ergebnis der Daten aus Deutschland war eindeutig: Studienteilnehmer, die sich relativ strikt mit einer mediterranen Kost ernährten, hatten ein um 20 Prozent niedrigeres Risiko, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken. Verglichen wurden diese Personen mit Studienteilnehmern, die sich nur teilweise mediterran ernährten. Auch das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, verringerte sich mit dem Einhalten einer mediterranen Kost, insbesondere bei den weiblichen Teilnehmern.

Was bedeutet „mediterrane“ Ernährung konkret?

Die Tabelle gibt eine Übersicht für eine mediterrane Ernährung:

Gemüse mindestens 6 Portionen pro Tag
Hülsenfrüchte mindestens 2 Portionen pro Woche
Früchte 3 – 6 Portionen pro Tag
Nüsse 1 – 2 Portionen pro Tag
Getreideprodukte 3 – 6 Portionen pro Tag
Milchprodukte 2 Portionen pro Tag
Fisch mindestens 2 Portionen pro Woche
Rotes Fleisch weniger als 2 Portionen pro Woche
Verarbeitete Fleischerzeugnisse (z.B. Wurst) höchstens 1 Portion pro Woche
Weißes Fleisch 2 Portionen pro Woche
Eier 2 – 4 pro Woche
Kartoffeln höchstens 3 Portionen pro Woche
Süßigkeiten höchstens 2 Portionen pro Woche
Alkohol Männer: 10 – 50 Gramm pro Tag

Frauen: 5 – 25 Gramm pro Tag

Olivenöl Hauptquelle der Nahrungsfette

Das Fazit der Studienautoren

Eine mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, Früchten, Nüssen, Getreideprodukten, Fisch, Olivenöl und moderatem Alkoholkonsum sowie wenig Fleisch kann das Risiko an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken reduzieren und wahrscheinlich zusätzlich das Herzinfarkt-Risiko verringern– das gilt auch für die Bevölkerung in Deutschland.

 

Quelle:
Galbete C et al. Nordic diet, Mediterranean diet, and the risk of chronic diseases: the EPIC-Potsdam study. BMC Med 2018; 16: 99

Tags
Mehr
Klinische Studien