Schwangerschaftsdiabetes

Ein gesunder Lebensstil kann vor Schwangerschaftsdiabetes schützen

Wer sich in der Schwangerschaft von Beginn an gesund ernährt, sich mindestens 2-mal die Woche für 50-60 Minuten bewegt und auf sein Gewicht achtet, kann das Risiko für einen Schwangerschaftsdiabetes reduzieren.

Schwangerschaftsdiabetes tritt immer häufiger auf

Schwangerschaftsdiabetes ist eine Störung des Blutzuckerstoffwechsels, die erstmals während der Schwangerschaft auftritt. Sie zählt mittlerweile zu den am häufigsten auftretenden Erkrankungen von Frauen in der Schwangerschaft – weltweit erkranken von 100 Schwangeren 16 Frauen.

Ein Schwangerschaftsdiabetes kann negative Auswirkungen für die Schwangere haben. Dazu gehören beispielsweise ein höheres Risiko für schwangerschaftsbegleitende Erkrankungen, Kaiserschnittgeburten sowie einen späteren Typ-2-Diabetes. Das Kind kann ein übernatürlich hohes Geburtsgewicht haben und später leichter einen Typ-2-Diabetes entwickeln. Dass ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung dieser Entwicklung vorbeugen können, bestätigt ein Forschungsteam aus China.

Studien belegen die positiven Effekte von Bewegung und Ernährung

In ihrer Untersuchung betrachteten die Forscherinnen und Forscher 47 Studien mit über 15.500 Teilnehmenden weltweit, die sich mit Lebensstiländerungen zur Vorbeugung vor Schwangerschaftsdiabetes beschäftigten. Lebensstiländerungen sind Maßnahmen, um sich gesünder zu ernähren und häufiger zu bewegen.

Die Auswertung zeigte, dass diese Maßnahmen über alle Studien hinweg das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes um 23 % reduzierten.

4 zentrale Faktoren zur Vorbeugung vor Schwangerschaftsdiabetes

Bei ihrer Arbeit entdeckten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 4 zentrale Faktoren, welche entscheidend einem Schwangerschaftsdiabetes vorbeugten:

  1. Je früher die Schwangeren mit Maßnahmen zur gesunden Ernährung und zur Bewegung anfingen, desto seltener haben sie einen Schwangerschaftsdiabetes entwickelt. Das Forschungsteam schlussfolgerte aus dieser Erkenntnis, dass ein gesunder Lebensstil bereits vor der Schwangerschaft einen noch größeren Effekt haben sollte.
  2. Frauen, bei denen der Schwangerschaftsdiabetes bereits in der Familie vorkam, profitierten besonders von den Lebensstilmaßnahmen.
  3. Bei der Bewegung waren sowohl die Intensität als auch die Häufigkeit wichtig. So zeigten die Studien, dass 2-mal wöchentliche Bewegung für etwa 50-60 Minuten mit einem subjektiven Anstrengungsempfinden von „etwas anstrengend“ das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes um 24 % senkte. Wurde sich 3-mal die Woche bewegt, konnte das Risiko um 35 % verringert werden.
  4. Achteten die Frauen auf ihr Körpergewicht und nahmen dadurch während der Schwangerschaft weniger zu als andere, sank auch bei ihnen das Erkrankungsrisiko an Schwangerschaftsdiabetes.

Body-Mass-Index ist nicht der einzige Risikofaktor für Schwangerschaftsdiabetes

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fanden einen weiteren interessanten Punkt bei ihren Analysen heraus. Ein hoher Body-Mass-Index (BMI), also das Verhältnis zwischen Körpergröße und Körpergewicht, bedeutet zwar ein hohes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes, ist jedoch nicht alleine aussagekräftig. So waren weitere Faktoren, wie Herkunft einer Person, Alter, Vorerkrankungen und Erkrankungen in der Familie, bedeutend, um das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes zu bewerten.

 

Quelle:
Guo XY et al. Improving the effectiveness of lifestyle interventions for gestational diabetes prevention: a meta-analysis and meta-regression. BJOG. 2019; 126: 311-320

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Klinische Studien