Epidemiologie

Die Epidemiologie des Diabetes

Die Epidemiologie ist eine wissenschaftliche Disziplin und untersucht die Verteilung sowie die Ursachen von übertragbaren und nicht-übertragbaren Krankheiten in der Bevölkerung.

Diabetes gehört zu den nicht-übertragbaren Krankheiten. Epidemiologische Forschung bezieht sich beim Diabetes auf die Untersuchung, wie viele Menschen in einem bestimmten Zeitraum neu an Diabetes erkranken und wie viele Menschen mit einem Diabetes in der Bevölkerung leben. Hierbei wird häufig die geografische Verteilung der Erkrankung untersucht. Zudem sind Faktoren wie das Alter, Geschlecht oder die soziale Schicht wichtige Aspekte zur Beschreibung der Entwicklung des Diabetes. Darüber hinaus beschäftigt sich die Epidemiologie auch mit der Untersuchung von Risikofaktoren für Diabetes. Zu den größten Risikofaktoren für einen Typ-2-Diabetes, an dem etwa 95 % aller Personen mit Diabetes erkrankt sind, zählen Übergewicht und zunehmendes Alter. Weitere Faktoren, wie der Lebensstil und Umweltfaktoren, genetische Ursachen und soziale Ungleichheit, spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in der Entstehung von Typ-2-Diabetes.

Laut aktuellen Berechnungen leben in Deutschland fast 8 Millionen Menschen mit der Diagnose Diabetes. Dies entspricht einer Häufigkeit von etwa 8-10 %. Das bedeutet, dass etwa jeder 10. Mensch in Deutschland an Diabetes erkrankt ist. Gleichzeitig steigt die Zahl der Menschen mit einem Diabetes kontinuierlich an.

Die Mehrzahl – etwa 7-8 % – der Bevölkerung in Deutschland ist an einem Typ-2-Diabetes erkrankt. Jedes Jahr erhalten rund 500.000 Menschen neu die Diagnose Typ-2-Diabetes. Etwa 367.000 Menschen in Deutschland leben mit einem Typ-1-Diabetes. Ca. 32.000 davon sind Kinder und Jugendliche und jährlich erkranken ungefähr 2.200 Kinder und Jugendliche zwischen 0 und 14 Jahren neu an Typ-1-Diabetes.

Häufig genutzte epidemiologische Kennzahlen bezogen auf Diabetes sind:

Prävalenz = Krankheitshäufigkeit
Sie sagt aus, welcher Anteil der Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt oder innerhalb eines Zeitraums in der Bevölkerung an Diabetes erkrankt ist. Die Prävalenz wird als Anteil an Erkrankten in der Bevölkerung (%) angegeben.

Inzidenz = Häufigkeit der Neuerkrankungen
Sie beschreibt die Anzahl neu auftretender Diabetes-Fälle während einer bestimmten Zeit in der Bevölkerung „unter Risiko“, also denen, die die Erkrankung noch entwickeln können. Die Inzidenz wird z. B. angegeben als Anteil an Neuerkrankten in der Bevölkerung (%) oder Anzahl der Neuerkrankten pro 1.000 Personenjahre.

Mortalität = Sterblichkeit
Sie sagt aus, wie viele Menschen in einer Bevölkerung in einer bestimmten Zeitspanne aufgrund der Diabetes-Erkrankung versterben. Die Mortalität wird z. B. angegeben als Anteil an Sterbefällen in der Bevölkerung (%) oder Anzahl der Sterbefälle pro 1.000 Personenjahre.

Neue Zahlen und Fakten aus der Diabetes-Forschung rund um die Verbreitung und die Ursachen der
Diabetes-Erkrankung finden Sie in den Meldungen der Rubrik „Epidemiologie“.

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Quellen:

Deutsche Diabetes Gesellschaft & Deutsche Diabetes-Hilfe. Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2019

Heidemann C & Scheidt-Nave C. Prävalenz, Inzidenz und Mortalität von Diabetes mellitus bei Erwachsenen in Deutschland – Bestandsaufnahme zur Diabetes-Surveillance. Robert Koch-Institut: Journal of Health Monitoring 2017

Tönnies T et al. Projected number of people with diagnosed Type 2 diabetes in Germany in 2040. Diab Med 2019

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Klinische Studien