Nieren

Dialyse-Abhängigkeit: Nierenpatienten mit Shunt-Problemen

Bei einer terminalen Niereninsuffizienz (Verlust der Nierenfunktion) hängt das Leben an einem Gerät zur Blutreinigung, meist in Form einer Hämodialyse. Dafür legen Ärzte einen sogenannten Shunt, eine Art Weiche zwischen arteriellem und venösem Blutfluss, mit Anbindung in Richtung Dialysegerät. Nachdem sich weltweit die Berichte mehrten, dass diese Shunts bei Menschen mit Diabetes nicht so lange wie erwartet funktionstüchtig bleiben, gingen Nephrologen in China folgender Frage nach: Besteht bei Menschen mit Diabetes ein erhöhtes Risiko, dass ein Hämodialyse-Shunt schneller unbrauchbar wird als bei Menschen ohne Diabetes?

Studiendaten weltweit durchforstet

Um verlässliche Antworten geben zu können, führten Ärzte von der Nanchang-Universität eine Recherche sämtlicher verfügbaren medizinwissenschaftlichen Literatur, die bis zum Jahr 2016 erschienen ist, durch. Aus anfänglich 533 verfügbaren Publikationen, wurden nach strengen qualitativen Filtermethoden 23 Publikationen in die anschließende Meta-Analyse (Zusammenfassung von Primäruntersuchungen) eingeschlossen.

Nierenkrank und Diabetes: Eine risikoreiche Kombination

Die ausgewerteten Studien umfassten insgesamt 930 Menschen mit Diabetes und knapp 3.200 Personen ohne bekannte Diabeteserkrankung. Alle besaßen einen Shunt zum Zweck der Hämodialyse. Die Wissenschaftler ermittelten das Risikoverhältnis zwischen Patienten mit Diabetes und Patienten ohne Diabetes, mit einem „Versagen“ des Shunts konfrontiert zu werden: Das Ergebnis lag bei 17 zu 10. Das bedeutet: Statistisch gesehen kommen auf 10 Nierenpatienten ohne Diabetes aber mit einem Shunt-Versagen rechnerisch 17 Nierenpatienten mit Diabetes und einem Shunt-Versagen.

Warum ist das Risiko bei Diabetes größer?

Eine mögliche Erklärung für das höhere Risiko bei Menschen mit Diabetes sehen die Autoren im Zusammenhang mit der Blutgerinnung: Verklumpende Blutplättchen können vermehrt die reibungslose Funktion der inneren Gefäßwände beeinträchtigen. Da bei Menschen mit Diabetes die Elastizität der Gefäßwände eingeschränkt sein kann, entstehen bei ihnen häufiger verstopfende Klümpchen – Thromben genannt – als bei Menschen ohne Diabetes.

Das Fazit der Autoren

Für Patienten mit Diabetes ergeben sich folgende Schlussfolgerungen:

  • Halten Sie sich an die ärztlichen Anweisungen zur Kontrolle Ihrer Blutzuckerwerte und Ihres Körpergewichts.
  • Wurde Ihnen bereits ein Zugang zwecks Hämodialyse gelegt, folgen Sie den ärztlichen Ratschlägen, um den Zugang intakt zu halten.
  • Steht Ihnen die Hämodialyse noch bevor, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer behandelnden Ärztin auch die Möglichkeit einer Dialyse über das Bauchfell (Peritonealdialyse).

 

Quelle:
Yan Y et al. A meta-analysis of the association between diabetic patients and AVF failure in dialysis. Renal Failure 2018; 40: 379-383

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Klinische Studien