Ernährung

Diät bei Typ-2-Diabetes lohnt sich!

Allein mit einer konsequenten Diät haben es übergewichtige Menschen mit Typ-2-Diabetes geschafft, ihre Erkrankung rückgängig zu machen. Die Erkrankung Typ-2-Diabetes muss nicht bei jedem Betroffenen unweigerlich fortschreiten. Menschen mit erhöhten Blutzuckerwerten (Blutglukosewerten) durch einen Typ-2-Diabetes können selber entscheidend dazu beitragen, ihre Werte deutlich zu verbessern oder sogar die Erkrankung zum Rückzug zu bewegen.

Kalorienreduktion auf 600 kcal pro Tag

Ein Forschungsteam aus Großbritannien hat 11 Menschen mit Typ-2-Diabetes in eine Studie zum Thema Ernährungsumstellung aufgenommen. Die 9 Männer und 2 Frauen waren im Durchschnitt knapp 50 Jahre alt und stark übergewichtig, mit einem mittleren Body-Mass-Index (BMI) von fast 34 kg/m2.

Alle Teilnehmer unterzogen sich einer konsequenten Diät, bei der sie lediglich 600 kcal/Tag an Nahrungsenergie zu sich nahmen.

Untersuchung von Bauchspeicheldrüse und Leber

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten die Studienteilnehmenden ausführlich bei Einschluss in die Studie sowie 1, 4 und 8 Wochen nach Beginn der Diät. Geprüft wurde u. a.:

  • die Funktion der Insulin-produzierenden Zellen (= Betazellen) in der Bauchspeicheldrüse
  • die körpereigene Zuckerherstellung (Glukoseherstellung) in der Leber
  • der Fettgehalt in der Leber
  • der Fettgehalt in der Bauchspeicheldrüse

Für die Untersuchungen wurden auch bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt.

Die Ergebnisse verglich das Forschungsteam mit entsprechenden Werten bei einer altersgleichen Kontrollgruppe von Menschen ohne Diabetes-Erkrankung.

Wichtige Erfolge stellten sich bereits nach 1 Woche ein

Schon nach 1 Woche eingeschränkter Energiezufuhr hatten sich die Blutzuckerwerte in der Diabetes-Gruppe weitestgehend normalisiert. Die Insulinsensitivität der Leberzellen, die bei Typ-2-Diabetes gestört ist (Stichwort „Insulinresistenz“) verbesserte sich unter dem Einfluss der Diät ebenfalls deutlich. Die Insulinsensitivität sorgt dafür, dass die Leber nicht übermäßig viel körpereigenen Zucker herstellt – was bei einem Typ-2-Diabetes in aller Regel passiert. Auch der Fettgehalt der Leber, der wesentlich zur Insulinresistenz bei Typ-2-Diabetes beiträgt, verringerte sich merklich.

Die Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse profitierten ebenfalls von der Kalorienrestriktion – deren Funktion näherte sich wieder den Normalwerten an. Und auch der Fettgehalt in der Bauchspeicheldrüse nahm – ähnlich wie bei der Leber – ab.

Das Fazit der Studiengruppe

Übergewichtige Menschen mit einem Typ-2-Diabetes schafften es mithilfe einer kalorienreduzierten Ernährung, die Funktion der Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse und die Insulinsensitivität der Leberzellen wieder zu normalisieren. Dabei spielte auch die Abnahme des Fettgehalts in der Leber und in der Bauchspeicheldrüse eine wichtige Rolle. Die Studie zeigt damit auf, dass für Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes, besonders für neu erkrankte Personen, die Möglichkeit besteht, durch eine konsequente Anpassung der Ernährung, wieder Blutzuckerwerte im Normbereich zu erreichen.

Dies konnte nun auch in einer Langzeitstudie zu den Auswirkungen einer Ernährungsumstellung auf den Rückgang der Diabetes-Erkrankung nachgewiesen werden. Nähere Informationen und Ergebnisse dieser Langzeitstudie finden Sie in der Meldung: Intensives Diätprogramm kann Diabetes in frühem Stadium rückgängig machen.

 

Quelle:
Lim EL et al. Reversal of type 2 diabetes: normalisation of beta cell function in association with decreased pancreas and liver triacylglycerol. Diabetologia 2011; 54: 2506-14

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Klinische Studien