Typ-1-Diabetes

Der latent autoimmune Diabetes mellitus im Erwachsenenalter (LADA)

Der LADA (Latent Autoimmune Diabetes of the Adult) ist eine Sonderform des Diabetes mellitus, die dem Typ-1-Diabetes zuzuordnen ist.

Merkmale

Bei LADA-Betroffenen wird häufig zu Beginn fälschlicherweise ein Typ-2-Diabetes diagnostiziert, da der LADA ähnliche klinische Merkmale wie ein autoantikörper-negativer Typ-2-Diabetes ausweist. Erwachsene mit einem LADA haben jedoch, im Unterschied zu Patienten mit Typ-2-Diabetes, im Serum zytoplasmatische Inselzellantikörper (ICA) und/oder Antikörper gegen das Enzym Glutamat-Decarboxylase (GADA). Je jünger ein Patient mit einem zunächst nicht insulinpflichtigen Diabetes mellitus ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen LADA handelt.

Es gibt keine einheitlichen Diagnosekriterien, aber verschiedene Forschungsgruppen haben herausgefunden, dass die folgenden Kriterien darauf hindeuten, dass es sich um einen LADA-Betroffenen handeln könnte:

  • Alter > 30 Jahre
  • Antikörper positiv
  • keine Insulintherapie mindestens 6 Monate nach der Diagnosestellung.

Insulinsekretionsstörung beim LADA

Wenn bei Patienten mit LADA die Insulinausschüttung untersucht wird, z. B. durch die Verabreichung einer Glucagon-Spritze, zeigt sich ein niedriger Ausgangs-Insulinspiegel, der sich auch nach der Stimulation mit Glucagon kaum erhöht. Im Gegensatz dazu liegen bei einem Typ 2-Diabetes zu Beginn der Erkrankung immer hohe Insulinspiegel vor.

Häufigkeit des LADA

In der Studie „Action LADA 7“ untersuchten Forscher über 6000 Diabetes-Patienten während der ersten fünf Jahre nach der Diagnosestellung. 10% der Diabetes-Patienten mit einem diagnostizierten Typ-2-Diabetes wiesen Autoantikörper auf. LADA-Patienten, die mehrere Autoantikörper aufzeigten, waren meist weiblich und schlanker als Betroffene mit Typ-2-Diabetes.

Behandlung des LADA

Wie auch bei den anderen Diabetesformen, sollte die Therapie des LADA individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Eine ausgewogene Ernährung und orale Antidiabetika können zu Beginn der Erkrankung oft ausreichend für die Einstellung der Blutzucker- und HbA1c-Werte im Normalbereich sein. Im Verlauf des LADA ist meist eine frühzeitige Umstellung auf eine Insulintherapie notwendig.
Vorläufige Daten weisen darauf hin, dass LADA-Betroffene unter 45 Jahren häufiger insulinpflichtig werden als Personen, die später an LADA erkranken.

Praktische Empfehlung

Bei Patienten mit einem neu manifestierten, nicht insulinpflichtigen Diabetes mellitus, speziell im Alter zwischen 25 und 55 Jahren, sollten die zytoplasmatischen Inselzell-Antikörper (ICA) und GAD-Antikörper (GADA) im Serum bestimmt werden.

Fazit: LADA tritt in Form eines Autoimmundiabetes auf und kann mit einem Screening auf Autoantikörper, wie z.B. GADA, identifiziert werden.

 

Quellen:
Deutsche Diabetes Gesellschaft. Evidenzbasierte Leitlinie “Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus im Kindes- und Jugendalter“, gültig bis 22.10.2020

Hawa M et al. & Action LADA 7 Consortium. (2013) Adult-Onset Autoimmune Diabetes in Europe is Prevalent with a broad Clinical Phenotype. Diabetes Care; 36:908-913

Krause S et al. GAD Autoantibody Affinity in Adult Patients With Latent Autoimmune Diabetes, the Study Participants of a GAD65 Vaccination Trial. Diabetes Care 2014; 37(6): 1675-1680

Zaharia OP et al. Metabolic Characteristics of Recently Diagnosed Adult-onset Autoimmune Diabetes Mellitus. J Clin Endocrinol Metab 2017 Dec 6; doi: 10.1210/jc.2017-01706. [Epub ahead of print]

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Klinische Studien