Herz-Kreislauf

Aerobes Training senkt Herz-Kreislauf-Risiko bei Diabetes

Aerobes Training hilft Menschen mit Typ-2-Diabetes nicht nur, die Verstoffwechselung von Zucker zu fördern. Auch die Herz-Kreislauf-Gesundheit lässt sich verbessern. Das zeigt eine Studie bei Frauen.

Unterschied zwischen aerobem und anaerobem Training

Aerobes Training bezeichnet ein körperliches Training im unteren Pulsbereich. Dabei wird Energie für die Muskelarbeit durch das Verbrennen von Kohlenhydraten und Fetten unter Verbrauch von Sauerstoff erzeugt. Typische Beispiele für das aerobe Training sind Walken, langsames Joggen, Radfahren, Schwimmen ohne Ausbelastung.

Bei einem intensiven Training mit hoher körperlicher Belastung und entsprechend hohem Energiebedarf in sehr kurzer Zeit wird die Energie hingegen anaerob bezogen. Hier wandelt der Körper die Kohlenhydrate ohne Sauerstoff durch Milchsäuregärung um. Bei dieser Art der Energiegewinnung fällt Laktat an.

Studie bei Frauen mit Typ-2-Diabetes

In einer Studie bei 20 Frauen mit Typ-2-Diabetes wurde untersucht, welchen Einfluss ein 12-wöchiges aerobes Training auf verschiedene Blutwerte der Herzkreislauf-Gesundheit hat. Der Altersdurchschnitt der Studienteilnehmerinnen lag bei 50 Jahren. Der Body Mass Index (BMI) betrug bei den Frauen im Mittel 25,5 kg/m², was einem leichten Übergewicht entsprach.

Das 12-wöchige aerobe Training umfasste acht Minuten Dauerlaufen und acht Minuten Laufen mit 75-85 Prozent maximaler Herzfrequenz-Reserve in der ersten Sitzung. In den weiteren Sitzungen verlängerte sich die Laufzeit allmählich auf bis auf 32 Minuten.

Vor und nach dem 12-wöchigen Training wurden bei den Frauen folgende Blutwerte gemessen:

  • Hochsensitives C-reaktives Protein (hs-CRP)
  • Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α)
  • Blutfettwerte (Triglyzeride, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin)
Blutwerte von hs-CRP und TNF-α zeigen schwelende Entzündungsprozesse im Körper an. Chronische Entzündungen mit Anstieg von hs-CRP und TNF-α und erhöhte Blutfettwerte sind mit erhöhtem Risiko für einen Typ-2-Diabetes als auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert.

Aerobes Training verbessert wichtige Werte der Herzgesundheit

Die Ergebnisse nach 12 Wochen aerobem Training zeigten eine deutliche Verringerung der Blutwerte für hs-CRP- und TNF-α. Auch die Blutfettwerte verbesserten sich wesentlich mit einer Abnahme von Triglyzeriden (20,82%) und LDL-Cholesterin (17%) sowie einer Erhöhung des „guten“ HDL-Cholesterins (50,21%). Einhergehend mit diesen Veränderungen, die für das Herz-Kreislauf-System günstig sind, erreichten die Frauen auch eine Abnahme von Körpergewicht (4,67%), BMI (2,77%), Körperfettanteil (16,65%) und Taillen-Hüft-Umfang (8,64%).

Das Fazit der Studienautoren

Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ein besonders hohes Herz-Kreislauf-Risiko. Ein langfristiges aerobes körperliches Training kann hier wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbessern und damit das Herz-Kreislauf-Risiko senken.

 

Quelle:
Saghebjoo M et al. The effect of 12 weeks of aerobic training on serum levels high sensitivity C-reactive protein, tumor necrosis factor-alpha, lipid profile and anthropometric characteristics in middle-age women patients with type 2 diabetes. Diabetes Metab Syndr 2017; doi: 10.1016/j.dsx.2017.12.008 [Epub ahead of print]

Tags
Mehr
Klinische Studien